Chantis Spinnmarathon

16.11.2014 18:30

Vor ein paar Wochen fand auf Ravelry in der Chantimanou-Gruppe ein Event statt, das es in sich hatte: Chantis Spinnmarathon. Angelehnt an ein ähnliches Event, das zum gleichen Zeitpunkt in den USA stattfand, zu dem wir als Europäerinnen uns aber nicht anmelden konnten, galt es, als Team innerhalb einer Arbeitswoche so viele Meter wie möglich zusammenzuspinnen.

Da bei mir noch ein hübscher Tussahseide/feine Wolle-Kammzug aus einer der letzten Färberunden herumlag und ich zudem gerade Ferien hatte, war die Entscheidung, beim Marathon mitzumachen, schnell gefällt. Mein Ziel war es, am Ende dieser Spinnwoche den Kammzug fertig versponnen und verzwirnt zu haben, so dass er ausgemessen und zum Gruppenergebnis der rund 50 Teilnehmerinnen hinzugerechnet werden konnte.
Um fertig zu werden, musste ich also jeden Tag gut 25g verspinnen und am letzten Tag zwirnen. Das müsste doch zu machen sein, fand ich und legte los. Wie anstrengend das Projekt noch werden würde, war mir allerdings zu Beginn, als ich in dieser Fadenstärke anspann, nicht wirklich bewusst. Ich spann nämlich unbewusst dünner, als ich es je zuvor getan hatte, was natürlich zu einer deutlichen Zunahme an Laufmetern und somit Zeit am Rad führte. Im Durchschnitt sass ich also irgendwo um die 6-7 Stunden pro Tag am Rad, um das mir vorgenommene Pensum zu schaffen. Und ich sage euch: Das geht in
die Beine!

Das Resultat am Ende der Woche konnte sich dann allerdings sehen lassen:
906m fertiges Garn auf gut 100g Fasern. Bedenkt man, dass erst zwei Singles gesponnen werden mussten, die dann beim Zwirnen ein drittes Mal durchs Rad gelassen wurden, führt das zu der unglaublichen Zahl von 2718m in fünf Tagen!

Hier einige Momentaufnahmen, die auf dem Weg dahin entstanden sind:

violette Tussah-Wolle-Färbung - Nahaufnahme violette Tussah-Wolle-FärbungDSC00688 DSC00696 DSC00698 DSC00706 DSC00710

Was mich zwar etwas ärgerte, war, dass mir die dünnen Fädchen beim Zwirnen x Mal rissen und ich am Ende statt einem grossen ungefähr 12 grosse und kleine Stänge in den Händen hatte, ansonsten aber war ich mit meiner Leistung echt zufrieden.
Das Gesamtergebnis der ganzen Gruppe lag übrigens auch deutlich über den Erwartungen: gute 57 km waren zusammengekommen (gehofft hatten wir, dass wir die 42 km eines Marathons hinbekommen würden).

Insgesamt war der Marathon eine gelungene Sache, die uns allen viel Spass bereitet hat! Ich muss allerdings schon sagen, dass ich so viele Meter in dieser Zeit ohne dieses Projekt wohl nie gesponnen hätte und mich darauf freue, mir in Zukunft wieder etwas mehr Zeit nehmen zu können. Diese so wunderbar meditative Tätigkeit soll für mich nämlich nicht zum Sport werden, sondern zur Entspannung beitragen 😉

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