Einsatz für die Liebe, Teil 1

06.09.15 14:13

Wie einige von euch vielleicht bereits wissen, hab ich vor, im nächsten Jahr zu heiraten, und weil sowas bei mir natürlich nicht ohne was Selbstgemachtes geht, arbeite ich seit Wochen an einem ganz besonderen Projekt: Meinem Hochzeitsoutfit.
Aber mal ganz von vorne (ich versuch, mich einigermassen kurz zu halten):
Stattfinden soll das Ganze zwar erst im nächsten Sommer, allerdings etwas unkonventionell und weil in vielen Punkten „Selfmade“ dabei ist, brauchen wir etwas mehr Vorlaufzeit. Deshalb haben wir in den letzten Wochen mit einigen Dingen bereits angefangen bzw. mittlerweile sind wir mittendrin. Geplant ist ein Fest im Freien, mein Kleid schneidert mir meine liebe Nähfreundin, ihres Zeichens Modedesign-Studentin. Weil die Gute derzeit in Berlin weilt, um Praxiserfahrungen zu sammeln, mussten wir in den Sommermonaten, in denen sie noch da war, etwas Gas geben, um die Schnittentwicklung rechtzeitig fertig zu bekommen. Mittlerweile sitzt der Schnitt, so dass wir das Thema „Kleid“ guten Gewissens für einige Monate auf Eis legen konnten und ich mich nun anderen Dingen widmen kann.
Und hier wird’s nun endlich SELFmade-ig: Zum Kleid dazu brauch ich natürlich was Warmes, denn abends kanns ja auch im Sommer mal etwas frischer werden. Passend zum Modell und meinen Stoffen hab ich mich für ein grosses dreieckiges Schultertuch mit Herzbordüre entschieden (From Estonia – with Love), allerdings mit etwas schlichterem Body in glatt rechts.
Vor einer Weile hab ich für diesen Zweck 150g Tussahseide/feine Wolle gefärbt (das gleiche Material, das ich bereits beim Danish Ripple Shawl, verarbeitet habe).
Die Aktion war leider etwas eine Zitterpartie, denn beim ersten Versuch hatte ich zwar den Farbton perfekt getroffen, allerdings musste ich nach dem Auspacken der Fasern feststellen, dass der Strang nicht durchgefärbt war und viel zu viele weisse Stellen drin waren. Mist! Ich hab also nachgefärbt und dabei diesmal wohl etwas zu weit in die Farbtöpfe gegriffen, denn die Farbe, die rauskam, war zwar ein tolles dunkles Lila, das mir an sich super gefiel, für diesen Zweck aber viel zu dunkel war. Die Sache war vom einen Extrem ins andere gekippt, shit happens!
Nachdem ich mich darüber erstmal grün und blau geärgert hatte, musste ich merken, dass ich bezüglich meines Projekts wohl zwei Varianten hatte: entweder nochmal neu färben oder versuchen, den Farbton mittels kardieren zu retten.
Ich entschied mich fürs Kardieren, denn gleich 300g lila Faser wollte ich eigentlich nicht unbedingt haben… Zwei Tage später hatte ich schlussendlich ungefähr das in der Hand, was ich eigentlich hatte haben wollen: einen hübschen Fliederton. Uff!
Nun konnte es also ans Verspinnen gehen.
Weil sich diese Menge natürlich nicht von heute auf morgen in Lacegarn verwandeln lässt, ist das das, woran ich in den letzten ungefähr zwei Monaten gearbeitet habe. Am Mittwoch konnte ich das Nachzwirnen abschliessen und mein Garn ins Entspannungsbad schicken. Nachfolgende Fotos sind vom Donnerstag. Ich bin echt zufrieden damit, wie das Garn geworden ist.

DSCI0392 DSCI0394_medium2Da beim Verspinnen noch einige Knötchen und unschöne Stellen rausgeflogen sind, haben die beiden Stränge etwas an Gewicht verloren. Zusammen wiegen sie nun 130g, die Lauflänge beträgt gut 1200m.
Am Donnerstag Abend habe ich das Tuch angestrickt bzw. erstmal eine gute Stunde lang die 523 Maschen angeschlagen. Im Moment bin ich in Reihe 11, pro Reihe brauche ich derzeit ungefähr eine halbe Stunde. Bilder liefere ich, sobald man etwas mehr vom Muster sieht.
Das Projekt macht, trotz der anfänglichen kleinen Komplikationen, einen heiden Spass und ich kann kaum aufhören, daran weiterzuarbeiten! 🙂

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