Garne: Ein Test – Vorbereitungen

23.09.16 20:03

Wie ihr ja wisst, macht mir das Entdecken neuer Techniken im Bereich des textilen Handwerks enorm viel Spass. Was mir beim Aufbau von Fachwissen nebst Fachbüchern, Internet und Youtube (dass ich beispielsweise ein Fan von Chantimanou bin, ist ja wahrlich kein Geheimnis mehr 🙂 ) jeweils enorm hilft, sind gekaufte Video Downloads vom Interweave Store. Eins davon hat mich zu einem kleinen Test inspiriert, dem ich mich in der nächsten Zeit gerne widmen möchte.

Hintergrund:
Judith MacKenzie (eine meiner Lieblings-Kaufvideo-Spinnlehrerinnen) erwähnt in einem Video, dass im Continental Style Gestricktes ein schöneres Maschenbild hätte, wenn der Single links herum (also S) gesponnen und das Garn rechts herum (also Z) verzwirnt werde (davon habe ich in früheren Beiträgen bereits einmal erzählt). Dies wäre genau umgekehrt zu den Drallrichtungen in den meisten Kaufgarnen und auch zu den Richtungen, die man Spinnanfängern üblicherweise beibringt.
Beim English Style Stricken sei die Sache hingegen genau anders rum, wer im English Style stricke, würde besser mit rechts herum gesponnenen und links herum verzwirnten Garnen arbeiten.
Grund für dieses Phänomen sei, dass man beim Stricken ein Minimalmass an Drallveränderung hat, also entweder bei jeder Masche ganz wenig Drall zusätzlich reinmacht oder eben rausnimmt, je nachdem wie rum das Garn gesponnen ist und wie man eben strickt. Reinmachen ergibt laut Judith MacKenzie das schönere Strickbild als rausnehmen.
Es gilt zudem als allgemein bekannt, dass man für gestrickte Flächenmuster und glatt Gestricktes besser ein 3-ply, für Lace hingegen ein 2-ply zur Hand nimmt, da sich die Garne „unterschiedlich in die Maschen legen“ (ein 3-ply schliesst Löcher, ein 2-ply“ öffnet sie).

Das will ich genauer wissen, darum meine Fragen für den Test:
– Ich stricke im Continental Style, wird mein Gestrick tatsächlich schöner und gleichmässiger, wenn ich meine Garne in S-Richtung spinne und Z verzwirne?
– Öffnen sich die Löcher von Lacemustern tatsächlich schöner/besser, wenn das Lace mit einem 2-ply statt einem 3-ply gestrickt wird?
– Unterscheiden sich die Strickbilder von normalem 3-ply und Navajoverzwirntem?

Test:
Ich werde 6 Garne spinnen. Damit sie alle miteinander vergleichbar sind, werde ich die gleiche Faser verwenden, bei allen die gleiche Drallmenge einhalten und alle 6 Singles im kurzen Auszug spinnen.Unterscheiden werden sich hingegen die Spinn- und Zwirnrichtung und die Zwirnung selbst.
Anschliessend werden mit jedem Garn zwei Musterstücke (Swatches) gestrickt, ein glatt rechtes und eines mit einem einfachen Lacemuster. Alle 12 Swatches werden miteinander in Bezug auf die Testkriterien verglichen.

Faser: pro Garn je 20g süddeutsche Merino vom Wollschaf

Flyer, Übersetzung sowie Auszugslänge pro Tritt werden sich in der Anfangsphase des Spinnens herauskristallisieren.

Garne:
Single S
– 2-ply
– 3-ply
– 3-ply Navajo
Single Z
– 2-ply
– 3-ply
– 3-ply Navajo

Am letzten Wochenende habe ich die Fasern herausgesucht, abgewogen, feinsäuberlich eingetütet und angeschrieben.
Nun hoffe ich, dass ich in den kommenden Wochen ordentlich zum Spinnen komme 😉

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