Hut… ääh… Mütz ab!

29.12.16 19:54

Ach, ihr Lieben, das Leben schreibt manchmal Geschichten…
Diese hier ist meine allerliebste Weihnachts-Story dieses Jahres:
Mein Bruder Matthias, 23, Zimmermann von Beruf, hat mich eines Abends Ende November angerufen und gefragt, was für einen, der im textilen Bereich quasi nichts könne, einfacher sei, zu stricken oder zu häkeln.
„Na, das kommt darauf an, was man machen will“, war meine Antwort, „wieso?“
Eine Mütze hätte er im Kopf, meinte er daraufhin. Es sei eben so: Die Eltern seines Patenjungen, knapp 1 Jahr alt, hätten dieses Jahr kaum Weihnachtswünsche geäussert, sie hätten eigentlich gerade alles, was sie brauchten. Und nun hätte er die Idee, für den Buben eine Mütze zu stricken oder häkeln. Ob es wohl realistisch sei, das bis Weihnachten hinzukriegen, er könne ja quasi nix und, falls ja, ob ich ihm das Material dazu organisieren und alles Nötige zeigen könnte…
Jöö, was für eine schnucklige Idee, na da half ich doch mehr als gerne!

Also, an die Nadeln, fertig los!

Ziemlich genau eine Woche später war das Garn eingekauft und wir zwei sassen bei Bier und Aperogebäck auf dem Sofa und übten Maschen anschlagen und rechte und linke Maschen stricken.
Den Maschenanschlag und die rechten Maschen hatte er zu meiner Freude eigentlich schnell einmal ganz ordentlich im Griff, der etwas kompliziertere Bewegungsablauf für die linken Maschen fiel ihm hingegen etwas schwerer (logisch, das geht vermutlich allen Anfängern so..).
Irgendwann fragte er, ob er die wirklich unbedingt können müsse.
„Nicht, wenn ich dir das Bündchen stricke..“
Gesagt, getan. Etwa eine Stunde später war das Bündchen fertig, die Maschen auf dem Nadelspiel und ich konnte ihm die Strickerei für den glatt rechten Teil übergeben.
In den nächsten Wochen arbeitete er fleissig an den ca. 35 Runden glatt rechts (teilweise sogar in den Mittagspausen vor den Arbeitskollegen 🙂 ). Mitte Dezember konnten wir uns an die Abnahmen für den oberen Mützenteil und den Bommel machen.
Nach einer weiteren Woche, in der ich noch den Namen des Kleinen auf die Mütze aufgestickt und das fertige Werk gewaschen habe, war’s dann geschafft:

img_0005Ich muss echt sagen, ich und die ganze Famile inklusive der Freundin meines Bruders waren stolz wie Bolle auf unseren Mätu. Keiner von uns hätte erwartet, dass er auf solche Ideen kommt und die ganze Geschichte auch wirklich durchzieht. Und es dann obendrauf auch noch so gut macht! Mütz ab!
Gerade heute habe ich übrigens auch noch eine Rückmeldung dazu erhalten, wie das Geschenk bei der beschenkten Familie angekommen ist: „Das beste Geschenk ever! “ 🙂

1 Kommentar

  1. Krebs Christian

    Sehr schöne Weihnachtsgeschichte.

    Gruss
    Papi

    Antworten

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