Taschen kann Frau nie genug haben…oder: ein kreativer Weiterbildungstag

27.11.2013 19:32
Letztens hatten wir an unserem Arbeitsplatz mal wieder einen Weiterbildungstag, allerdings einer der etwas anderen Sorte. Einmal pro Jahr findet bei uns nämlich Weiterbildung à la carte statt, was heisst, dass sich jeder bei 1-2 von ca 12 angebotenen Ateliers einschreiben und sich so sein Programm selbst zusammenstellen kann. Und da es in diesem Jahr nichts dabei hatte, was auch nur halbwegs zu meinem Fachgebiet gepasst hätte, konnte ich mich ohne schlechtes Gewissen einen ganzen (Arbeits-)Tag lang einem meiner Hobbies widmen ;-). Ich hatte mich nämlich beim Atelier „Tasche aus LKW-Plane nähen“ eingeschrieben.

Gut eine Woche vor Tag X fand eine Vorbesprechung mit Materialauswahl statt. Schnell war klar, dass wir unsere Tasche nicht Freitag-mässig aus alter abgerockter LKW-Plane herstellen würden, sondern aus eigens dafür eingekaufter Neuware. Bezüglich Farbauswahl konnte somit aus dem Vollen geschöpft werden.

Mit der eigentlichen Arbeit gestartet wurde dann an einem Donnerstag um kurz nach 8 Uhr morgens in einem Unterrichtszimmer für textiles Handarbeiten. Das Schnittmuster hatte ich zum Glück vorgängig bereits abkopiert, so dass ich gleich mit dem Zuschneiden starten konnte. Die Grundteile waren schnell einmal beisammen, harzig wurde es dann allerdings, als es um die Deko ging. Ich hatte in der Woche zwischen Vorbesprechung und Nähtag mein Design noch einmal komplett auf den Kopf gestellt und mich für eine aufwendigere Variante entschieden (ursprünglich wollte ich nur eine grosse Achtelnote in Orange mitten auf die Tasche nähen, was mir dann aber doch zu langweilig vorkam). Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommen würde…
Nun ja, zu allererst musste ich meine viel zu grossen Vorlagen auf die auf die Tasche passende Grösse verkleinern, dann ausschneiden. Dann merken, dass sie nun doch eher zu klein geraten waren. Wieder etwas vergrössern. Wieder ausschneiden. Abpausen auf Plane, wieder ausschneiden.
Mit den Noten wäre das ja noch halbwegs gegangen, was mir jedoch enorm viel Zeit und Nerven geraubt hat, war der Violinschlüssel mit seinen wegzuschneidenden Innenflächen. Irgendwann hatte ich es dann aber doch geschafft und konnte ans Abmessen des Notenlinienabstands gehen, der ja zur Grösse der Noten passen musste.
Kurz darauf hatte ich dann die Linien mit Kreide auf den Taschendeckel gezeichnet und die Dekoteile mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt. Es konnte also endlich ans Nähen gehen. Und die Zeit rannte… Mittlerweile war es nämlich kurz vor 12 Uhr mittags und die Pause stand ins Haus… in die ich allerdings nicht gehen wollte, bevor die Deko aufgenäht war.
Ich befürchtete nämlich, dass mir, wenn ich in dem Tempo weitermachen würde, die Zeit davonrännte und ich bis um fünf nicht fertigwürde. Also, Deko aufgenäht, dann Mittagspause.
Um eins sass ich dann aus ebengenanntem Grund bereits wieder an der Nähmaschine. Am Nachmittag gings dann eigentlich ganz flott voran, einzig die Stiftfächer zu nähen und das Einfassen mit Fahrradschlauch war nochmals etwas fummelig, aber nach der Aktion am Morgen liess ich mich von dem Klacks nicht mehr aus der Ruhe bringen. Speditiv arbeiten war jedoch weiterhin angesagt.

Um kurz nach vier war dann das Tagwerk geschafft. Ich hatte tatsächlich meine, in einem Tag eigenhändig genähte, Planentasche in den Händen. Was für ein tolles Gefühl! Und ich muss sagen, die ganze Fummelei hat sich doch echt gelohnt, sie ist wirklich schön geworden, oder?

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