Wenns zu Hause regnet und schneit…

14.04.15 12:24

… dann soll man in die Sonne fahren 🙂

Und genau das haben wir über Ostern in diesem Jahr ausnahmsweise getan (auch wenn ich gar kein Freund davon bin, dass halb Europa übers Osterwochenende wegen akuter Sonnen-Sehnsucht den Gotthard-Tunnel verstopft und normalerweise in dieser Zeit aus Prinzip zu Hause bleibe…). Denn: Genau während dieser Zeit hat Kiki im Süden der Schweiz ihr Haus für uns Spinnerinnen geöffnet und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Mein gebuchter Rohwollkurs mit Chanti konnte zwar wegen Anmeldungsmangel leider nicht stattfinden, die Spinnferien waren aber nichts desto trotz Grund genug, gen Süden zu fahren.
So sind wir also einige Tage vor dem Eierfest mit Sack und Pack, Rad und Wolle bei Kiki vorgefahren. Ihr Haus, wundervoll am Lago Maggiore gelegen, Palmen im Garten, Schneeberge im Hintergrund, sollte die Kulisse für einige spinnerte Tage in der Sonne darstellen. Hier die Aussicht von der Terrasse:

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Nach einem Kaffe zur Begrüssung habe ich also mein Rad aufgestellt und losgelegt. Erstmal war verzwirnen angesagt, ich hatte nämlich kaum noch leere Spulen übrig und das SWAP-Garn sollte auch endlich einmal fertig werden.
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Am zweiten Morgen stand Rolags wickeln lernen auf dem Programm. Rolags an sich waren mir zwar ein Begriff, ich hatte ja beim ersten Faserpaket 125g von Sidi rausgetauscht, selbst gewickelt oder gar versponnen hatte ich solche allerdings noch nicht und so genoss ich es natürlich, dies endlich einmal ausprobieren zu können. Nach ungefähr einer Stunde war die rechte Portion gewickelt, zwar noch etwas ungleich aber durchaus ausbaubar (mehr zur linken Portion später).
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Nach der Wicklerei war natürlich die Rolag-Spinnerei dran, denn ich hatte, in der Hoffnung, dass mir irgendwer vielleicht würde zeigen können, wie man damit umgeht, die Sidi-Rolags aus dem Fasertauschpaket eingepackt. Bald stellte sich heraus, dass das Verspinnen der kleinen Faserröllchen gar keine Hexerei ist sondern sogar riesigen Spass macht und voll meinem Geschmack entspricht und so entstand in Windeseile aus den Fasern rechts auf diesem Bild (Faserzusammensetzung: 100g BFL naturweiss, 20g Merino & Merino/Seide, je 2.5g, Seacell und Nylon glitzernd)…

 

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… dieses Garn:
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Die ganze Geschichte hatte mir derart Spass gemacht, dass ich spontan beschloss, die Möglichkeit, Kikis Blending Board zu benutzen, noch etwas auszukosten und noch eine Portion Fasern mehr zu verrolagen. Die violett-türkisen Röllchen links auf dem Bild weiter oben sind das dabei rausgekommene Resultat.

Auch anderweitige Inspiration habe ich aus dem Tessin mitgenommen: Artyarn.
Eine Sache, die ich selbst noch nie ausprobiert hatte, die aber absolut Kikis Ding ist und für die sie auch bekannt ist. Und wenn man schon einmal die Möglichkeit hat, einer solchen Könnerin über die Schulter zu gucken und die ein oder andere Frage zu stellen, dann muss man die Chance natürlich packen (Danke Kiki, dass du mich ertragen hast) 🙂
Davon inspiriert folgten bald erste eigene Versuche. Darf ich vorstellen, mein erster Artyarn-Strang:
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Du siehst also, in den paar Tagen, an denen wir uns von morgens um etwa 10 / halb 11 Uhr bis zum Abendessen mit Fasern, Spinnrad, Blending Board, Kardiermaschine und Spindeln beschäftigt haben, ist einiges Produktives zusammengekommen. Und so ganz ohne kleine Shoppingtour am Faserbuffet konnte ich natürlich auch nicht nach Hause fahren:
200g Sari-Fasern (100% Seide; es handelt sich um die Garn-Abschnitte aus der Sariproduktion)

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Insgesamt war das wirklich eine tolle, sonnige, produktive Zeit.
Ganz herzlichen Dank allen Beteiligten für ihr Dazutun!

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